Lohne - Sonstiges

31 Landfrauen-drei Tage voller Genuss, Gemeinschaft und Rheingau-Momente

Tag1- von Hattingen über Koblenz nach Assmannshausen

Bei herrlichem spätsommerlichem Septemberwetter machten sich 31 Landfrauen mit LandLust-Reisen auf den Weg an den Rhein. Drei abwechslungsreiche Tage mit beeindruckenden Landschaften, interessanten Ausflugszielen und vielen geselligen Momenten lagen vor uns.
Pünktlich um 6 Uhr starteten 31 Landfrauen in Lohne zu unserer Dreitagesfahrt an den Rhein. Nach einer gemütlichen Frühstücks- und Kaffeepause direkt am Bus ging es weiter zu zwei besonderen Demeter-Betrieben nach Hattingen..

Erste Station war der Wünnerhof, dessen Geschichte bis in die Zeit vor rund 1.000 Jahren zurückreicht. Heute wird dort auf nachhaltige und biologisch-dynamische Weise Gemüse und Schnittblumen angebaut. Tomaten, Paprika, Gurken, Stangenbohnen, Salate und Kohlrabi wachsen im Gewächshaus an und werden dann aufs Feld gepflanzt. Besonders beliebt sind die saisonalen Gemüse-Abo-Boxen und die Schnittblumen direkt vom Hof, ergänzt durch einen Hofladen und ein Café.

Anschließend ging es zum nahegelegenen Gut Marienhof. Dies ist ein reiner Milchviehbetrieb mit Allgäuer Braunvieh. Die hofeigene Milch wird direkt vor Ort zu Joghurt und Käse verarbeitet. Auch die Schlachtung der Tiere erfolgt direkt auf dem Hof durch einen mobilen Schlachter.

Ursprünglich lebten Ordensfrauen auf dem Gut, welches dann 1983 vom Verein Troxler-Haus Wuppertal e.V. aufgekauft wurde. Daraus entstand die Verbindung von Landwirtschaft, Wohnen und Betreuung von Menschen mit Einschränkungen auf dem Hof. 2019 wurde das Gut vom jetzigen Besitzer aufgekauft und arbeitet seitdem in Kooperation mit dem Wünnerhof. 10 Menschen mit Einschränkungen leben noch auf dem Hof und arbeiten in einer nahegelegenen Werkstatt.

Beide Höfe verbindet eine besondere Philosophie: Der Eigentümer möchte zeigen, dass auch kleinere, nachhaltige und biologisch-dynamisch wirtschaftende Betriebe erfolgreich sein können. Bewirtschaftet werden die Höfe von insgesamt rund 30 Mitarbeitenden, darunter jeweils eine Betriebsleitung.

Bevor es weiter nach Koblenz ging, gab es auf Gut Marienhof ein leckeres Mittagessen: eine Gemüsesuppe aus dem Gemüse des Wünnerhofes und dazu selbstgebackenes Brot – regionaler und frischer ging es kaum!

Am Nachmittag erwartete uns in Koblenz eine unterhaltsame Stadtführung. In zwei Gruppen erkundeten wir die Stadt und erfuhren viel Wissenswertes über Geschichte, Sehenswürdigkeiten und so manche kuriose Anekdote. Für besonders viel Schmunzeln sorgte der Schängelbrunnen: Der kleine Koblenzer „Lausbub“ spuckt in regelmäßigen Abständen einen kräftigen Wasserstrahl über den Brunnenrand – Abstand halten war also durchaus empfehlenswert!

Und wer an sein Glück glaubt muss nur den richtigen Kanaldeckel finden und wir Landfrauen sind natürlich beherzt rüber gehüpft!

Für Marianne gab es in Koblenz noch eine kleine modische Notlage: Ihre Tasche hatte offenbar beschlossen, sich nach nach in Einzelteile aufzulösen. Kurzerhand wurde diese, mit Unterstützung von Karin, durch ein neues Modell ersetzt und Monika hatte die ehrenwerte Aufgabe die ausgediente Tasche zu entsorgen.

Anschließend führte uns die Fahrt weiter zum Hotel Zwei Mohren in Assmannshausen. Auf dem Weg dorthin versorgte uns unsere Busfahrerin noch mit vielen interessanten Informationen über die Landschaft und die Orte entlang der Strecke.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ließen wir den ereignisreichen ersten Tag bei herrlichem Spätsommerwetter draußen ausklingen – mit guten Gesprächen, viel Lachen und natürlich dem einen oder anderen Glas Wein.

Tag 2 – Von Schloss Johannisberg über Wiesbaden zur Weinprobe

Nach einem guten Frühstück starteten wir um 9 Uhr gemeinsam mit unserer Gästeführerin Ursula Helbig in Assmannshausen zu einem abwechslungsreichen Tag voller Geschichte, Kultur und natürlich Wein.

Unser erster Halt war Schloss Johannisberg. Bei einem kurzen Fotostopp konnten wir das imposante Schlossensemble bewundern und erfuhren einiges über seine lange Weinbautradition. Das Schloss, das heute zur Oetker-Gruppe gehört, steht für große Rheingauer Weintradition und ist insbesondere mit der Entdeckung und Herstellung hochwertiger Prädikatsweine wie Spätlese, Trockenbeerenauslese und Eiswein verbunden. Von hier aus bot sich außerdem ein schöner Blick in Richtung des Rupertsbergs bei Bingen, der eng mit dem Wirken der heiligen Hildegard von Bingen verbunden ist.

Auf der Weiterfahrt nach Wiesbaden begleitete uns die typische Landschaft des Rheingaus. Immer wieder kamen wir an kleineren privaten Weinbaubetrieben vorbei, die ihre eigenen Weine erzeugen und teilweise auch direkt ab Hof beziehungsweise in kleinen Straußwirtschaften anbieten.

In Wiesbaden angekommen, ging es zunächst mit dem Bus durch die beeindruckenden Villenviertel hinauf in Richtung Neroberg. Zahlreiche prachtvolle Villen aus unterschiedlichen Epochen zeugen noch heute vom Wohlstand und der Bedeutung der Stadt. Da Wiesbaden im Zweiten Weltkrieg weitgehend von schweren Zerstörungen verschont blieb, konnte viel dieser historischen Bausubstanz erhalten werden.

Auch die bekannte Nerobergbahn, die auf den Neroberg hinaufführt, konnten wir sehen. Die historische Standseilbahn ist bis heute eine besondere Attraktion Wiesbadens und bietet auch eine außergewöhnliche Kulisse für Trauungen.

Anschließend stand das imposante Kurhaus Wiesbaden auf unserem Programm. Besonders das prachtvolle Foyer beeindruckte uns mit viel Marmor, kunstvollen Details und einer geradezu verschwenderischen Ausstattung. Man hatte beim Bau offensichtlich nicht an der falschen Stelle gespart – der Architekt durfte sich bei der Gestaltung nahezu nach Herzenslust verwirklichen.

Danach erkundeten wir Wiesbaden zu Fuß. Bei einem Rundgang durch die Innenstadt lernten wir weitere Sehenswürdigkeiten kennen und erfuhren viel über die Geschichte der Stadt, ihre heißen Quellen und ihre Bedeutung als Kurstadt. Auch die evangelische Marktkirche und der Marktplatz lagen auf unserem Weg.

Für besondere Unterhaltung sorgte an diesem Tag die Connichi, eine große Anime- und Manga-Convention, die gerade in Wiesbaden stattfand. So begegneten uns auf den Straßen zahlreiche fantasievoll kostümierte Figuren – ein ungewöhnlicher und ausgesprochen unterhaltsamer Kontrast zur historischen Kulisse der Stadt. (Landeshauptstadt Wiesbaden⁠)

Anschließend blieb uns noch etwas freie Zeit, die jede nach ihren eigenen Vorstellungen nutzen konnte – zum Bummeln, Schauen, Kaffeetrinken oder einfach zum Genießen.

Gegen 14 Uhr ging es weiter zum Kloster Eberbach. Dort verbrachten wir einen kurzen, aber sehr schönen Aufenthalt. Wir schauten uns die beeindruckende Anlage von außen und den liebevoll gestalteten Garten an.

Im Kloster wurden Szenen für „Der Name der Rose“ mit Sean Connery gedreht.

Der nächste Höhepunkt wartete in Erbach auf uns: eine Weinprobe bei den Winzern von Erbach eG. Die traditionsreiche Winzergenossenschaft bewirtschaftet beziehungsweise verarbeitet die Trauben zahlreicher Mitgliedswinzer aus dem Rheingau und ist für ihre Riesling- und Spätburgunderweine bekannt. (winzer-von-erbach.de⁠)

Dort wurden wir herzlich empfangen und bekamen zunächst einen interessanten Einblick in den Weinkeller. Unser Betriebsleiter erzählte uns, dass er ursprünglich in Bremen aufgewachsen ist, seine Ausbildung im Rheingau absolviert hat und schließlich dem Rheingau und dem Wein treu geblieben ist.

Während der anschließenden Weinprobe erfuhren wir viel über den Weinbau, die Arbeit im Weinberg und natürlich über die Kunst, aus guten Trauben guten Wein zu machen. Je weiter die Weinprobe fortschritt, desto ausgelassener wurde die Stimmung. Der Wein tat dabei vielleicht ein Übriges!

So verbrachten wir eine ausgesprochen gesellige und amüsante Zeit im Weinkeller.

Am späten Nachmittag machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zurück nach Assmannshausen. Im Hotel wartete bereits unser Abendessen auf uns. Bei herrlichem spätsommerlichem Wetter ließen wir den ereignisreichen Tag anschließend gemütlich im Weingarten des Hotels ausklingen.

Ein rundum gelungener Tag mit beeindruckender Architektur, spannender Geschichte, wunderschöner Rheingauer Landschaft – und natürlich mit dem einen oder anderen guten Glas Wein.

3Tag – Bewegende Eindrücke im Ahrtal und ein gemütlicher Ausklang

Nach dem Check-out starteten wir um 9 Uhr zu unserem letzten Reisetag. Gegen 11 Uhr erreichten wir Bad Neuenahr-Ahrweiler im Ahrtal, wo uns Gästeführerin Andrea Eich erwartete. Gemeinsam erkundeten wir die historische Altstadt von Ahrweiler und erfuhren viel über die bewegte Geschichte der Region – insbesondere über die verheerende Flutkatastrophe im Juli 2021 und ihre Folgen.

Besonders eindrucksvoll waren die sichtbaren Spuren der Flut. An vielen Stellen konnten wir noch erkennen, wie hoch das Wasser damals stand und welche gewaltigen Schäden die Wassermassen angerichtet hatten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel seitdem wieder aufgebaut und neu gestaltet wurde. Die Flutkatastrophe hat auch den Bevölkerungsschutz in Deutschland nachhaltig verändert und zu einer stärkeren Weiterentwicklung und Erprobung moderner Warnsysteme beigetragen. (BZgA⁠)

Anschließend blieb genügend Zeit, das an diesem Tag stattfindende Weinfest auf eigene Faust zu erkunden. Bei gutem Besuch herrschte eine fröhliche und gesellige Atmosphäre, und natürlich durfte auch die eine oder andere Weinprobe nicht fehlen. Kurz begegneten wir außerdem der amtierenden Weinkönigin und dem Weinkönig.

Nach abwechslungsreichen Stunden im Ahrtal führte unsere Rückfahrt in Richtung Heimat. Einen letzten gemütlichen Zwischenstopp legten wir auf dem Hof Sümmermann in Fröndenberg/Ruhr ein. Im dortigen Hofcafé „Lieblingsplatz“ genossen wir hausgemachte Torte und Kaffee in gemütlicher Atmosphäre. Das Hofcafé ist Teil einer besonderen Hofgemeinschaft, in der sich verschiedene Hofläden, Ateliers, Galerien und weitere Angebote in den historischen Hofgebäuden befinden. So blieb noch Zeit zum Stöbern, Entdecken und Schauen. (Hof Sümmermann⁠)

Nach diesem schönen und entspannten Abschluss unserer Reise machten wir uns endgültig auf den Heimweg. Gegen 19 Uhr erreichten wir Lohne – müde von drei erlebnisreichen Tagen, aber gut gelaunt und vor allem mit vielen schönen, besonderen und bleibenden Erinnerungen an unsere gemeinsame Dreitagesfahrt an den Rhein.

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